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In 9 Bewertung(en) wurden durchschnittlich 4.5 von 5.0 Punkten vergeben.
Nachfolgend die neuesten Bewertungen:
Anthropologischer ThrillerBewertung 5 von 5.0 Punkten vom 21.11.2007 Hope Clearwater, eine junge Verhaltensforscherin, versucht, an einer westafrikanischen Küste ihr in Scherben zersprungenes Leben zu kitten. Sie war in England mit einem genialen, depressiven Mathematiker verheiratet, der sich das Leben nahm, als er einsehen mußte, daß er den Durchbruch in seiner Wissenschaft nicht schaffen wird. Um ihren Schuldgefühlen zu entkommen, nimmt Hope das Angebot an, in Afrika an einem Projekt des berühmten Primatenforschers Eugeno Mallabar mitzuarbeiten. Mallabar fand in langjähriger Feldforschung heraus, daß die Schimpansen sehr friedlich miteinander leben - im Gegensatz zum Menschen, der sich z.B. im gefährlich nahen Bürgerkrieg zerfleischt.
Kurz nachdem Hope entdeckt hat, daß das Schimpansenvolk wegen eines Weibchens in zwei Gruppen zerfallen ist, nimmt eine furchbare Entwicklung ihren Lauf. Ein Vernichtungskrieg bricht aus, Sadismus, Mord und Kanibalismus zerstören das Bild vom friedfertigen Primaten. Als Hope ihre Beobachtungen an Mallabar weiterleitet, gerät sie in Lebensgefahr ...
William Boyd hat einen vor allem in seinen Tierpassagen beeindruckenden anthropologischen Thriller geschrieben.tempo- und facettenreichBewertung 5 von 5.0 Punkten vom 18.11.2007- Rückblick vom Brazzaville Beach. Die Ich-Erzählerin Hope Clearwater verliebt sich als aufstrebende Wissenschaftlerin in den Mathematiker John, beide heiraten bald darauf. Doch verliert sich John zunehmend in der abstrakten Welt der Mathematik, die Ehe endet in einem Desaster. Hope flieht nach Afrika.
Im Busch im zentralen Afrika fern der Zivilisation beobachtet und forscht eine Gruppe von Wissenschaftlern seit Jahren an Verhaltensmustern von Schimpansen. Dass ein unerfahrener Neuling die bisherigen Thesen durch eigene Beobachtung in Frage stellt, führt unweigerlich zu Problemen im Camp, in dem sich eine Gesellschaft mit ihren eigenen Regeln entwickelt hat. Die Ereignisse spielen sich vor dem Hintergrund eines afrikanischen Bürgerkrieges ab, in den Hope verwickelt wird.
Ob Bürgerkrieg in einem afrikanischen Land (es wird wohl der Kongo gemeint sein), Liebesgeschichten, die Darstellung egomaner Wissenschaftler, akribische Verhaltensdokumentationen von Schimpansenfamilien, die absurde Welt der abstrakten Mathematik oder die Begrenztheit der englischen bürgerlichen Mittelschicht: William Boyd gelingt es, in einem atemlosen Tempo die einzelnen Geschichten über zeitübergreifende Handlungsstränge miteinander zu verflechten. Das zentrale Thema, um das sich die Geschichten ranken, ist die menschliche Aggressivität.
Auch wenn der Romancharakter eher einem Krimi gleicht, was Aufbau und Sprache betrifft, so werden doch hier Geschichten über die Breite und die Tiefe der menschlichen Existenz und deren Abgründe geschrieben - spannend, vielseitig und wenn man will, kann man sogar noch drüber nachdenken. für zu leicht befundenBewertung 1 von 5.0 Punkten vom 23.09.2007- Ich kaufte Brazzaville Beach, nachdem ich den Einband gelesen hatte und mir das Thema spannend vorkam. Forscher im Dschungel Schwarzafrikas... da dachte ich an Conrads Herz der Finsternis. Vielleicht war dadurch die Erwartung zu hoch. Denn Boyds Roman hat dann doch höchst geringe literarische Qualitäten. Der Stil ist sehr sehr einfach, die Übersetzung schlecht. Sätze wie "in der Zeit, wo..." möchte ich eigentlich in keinem Produkt lesen, für das ich Geld ausgebe.
Dschungel von Schottland bis AfrikaBewertung 4 von 5.0 Punkten vom 03.06.2007- Im "Grosso Arvore" einem Camp von Verhaltensforscher aller Welt - hauptsächlich der westliche - in Afrika führt Dr. Hope Clearwater eine liebevolle und zumal spannende Beobachtung von Schimpansen mit Geduld. Krieg herrscht sowohl im Land (Andeutungen lassen den Kongo vermuten), als auch im Camp und unter den Schimpansen. Als Hope auf gewaltsame und todbringende Angriffe von Schimpansen unterschiedlicher Gruppen aufmerksam wird, droht eine langzeitig führende und als sicher geltende Studie zu scheitern.
Den Rahmen dieses Romans bestreitet Hope Clearwater allein mit ihren Erinnerungen und Rückblenden in ihrem Bungalow am Brazzaville Beach und erzählt uns daraus die Geschichte ihres Erwachsenenlebens in zwei Handlungssträngen. Zumal ihre berufliche Entwicklung und ihre unglückliche Ehe mit einem fanatischen Denker und Mathematiker in London und Schottland, zumal ihre Forschungstätigkeit, ihre Liaison mit einem Kampfjet-Piloten und ihr Leben in Rang und Ordnung des Camps.
Eine schöne Geschichte, die uns darauf aufmerksam macht, wiesehr in unserer westlichen Welt Pflanzen und Tiere an Stellenwert über dem menschlichen Leben stehen können. Eine spannende Beobachtung von Schimpansen, selbst wenn man sich nicht sosehr für die Tierwelt interessiert. Ein Beispiel, wie zuviel Wissen, den Menschen zerstören kann. Ein Krieg, dem nur Aufmerksamkeit geschenkt wird, ist man selbst der Gefahr ausgeliefert. Dennoch ist der zwischenzeitlich humorvolle Ton nicht unangebracht. Ein Punkt Abzug für die Entführung kurz vor dem Ende, die nach meinem Empfinden, die eigentliche Handlung stört und dem mit Spannung erwartet Ende etwas den Wind aus den Segeln nimmt.
Spannend und irrwitzig!Bewertung 5 von 5.0 Punkten vom 18.05.2007- Eigentlich sind es viele Geschichten in einer - mindestens. Eine junge Biologin in Afrika als Schimpansenforscherin gerät unter die Räder des Ehrgeizes ihres Chefs. Eine Liebesgeschichte am Rande, nebenbei eine Entführung durch eine Bürgerkriegs-Splittergruppe, und dazwischen Rückblenden auf ihr zurückgelassenes Leben an der Seite eines genial-wahnsinnigen Mathematikers in England. Spannend, witzig, einfalls- und temporeich von der ersten bis zur letzten Seite!
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