| Meinungen zum Buch: |
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In 3 Bewertung(en) wurden durchschnittlich 3.5 von 5.0 Punkten vergeben.
Nachfolgend die neuesten Bewertungen:
Völlig unsinnigBewertung 1 von 5.0 Punkten vom 21.06.2010- Das Buch erzählt etwas über männliche Herrschaft. Hierbei handelt es sich jedoch um ein feministisches Märchen, das auch von domestizierten Männleins a la Bourdieu hochgehalten wird. Tatsächlich ist die gut ausgebildete kinderlose Frau in unserer Gesellschaft längst die privilegierteste Person. Unterdrückt werden dagegen vor allem Familien und zum Teil auch Männer, wie man an deren niedrigerer Lebenserwartung erkennen kann.
Wie weibliche Herrschaft in der Praxis aussieht, zeigte in aller Deutlichkeit der Fall Eva Herman: Meinungen, die den weiblichen Meinungsführerinnen nicht passen, werden systematisch unterdrückt und die sie vertretenden Personen aus dem öffentlichen Leben entfernt.
0 Sterne für die absurde Gesellschaftsanalyse eines gelangweilten Soziologen. Sehr empfehlendswertes BuchBewertung 5 von 5.0 Punkten vom 19.07.2009- Pierre Bourdieu stellt in diesem Buch die Grundlagen auf für alle diejenigen, die sich mit dem Geschlechterverhältnis näher beschäftigen wollen.
kleine negative Seite:
er setzt voraus, dass das Prinzip der männlichen Herrschaft existiert, ohne darauf einzugehen, warum es existiert, da aber dies aber kaum ein Autor, der sich mit dem Thema beschäftigt hat, unternimmt, gibt es dafür keinen Abzug. Glanzlicht der GeschlechterforschungBewertung 5 von 5.0 Punkten vom 14.08.2008- Das Buch "La domination masculine", erstmal erschienen im Jahr 1998 und eine ausgebaute und über weite Strecken besser zugängliche Version eines Aufsatzes gleichen Namens von 1997 - in der z.Z. nicht mehr lieferbaren Sammlung "Ein alltägliches Spiel - Geschlechterkonstruktion in der sozialen Praxis" - ist ein Glanzlicht der Geschlechterforschung. Bourdieu hat sich hier nicht zum ersten (aber leider zum letzten) Mal mit dem Thema der männlichen Herrschaft auseinandergesetzt. Seine frühesten Beobachtungen reichen bis in die späten fünziger Jahre zurück, als er auf Feldforschung in Algerien die archaische Gesellschaft der Kabylen, einem Berbervolk, beobachten konnte. Diese frühe Begegnung mit dem Prinzip des Androzentrismus, das er als eine Art Ur-Form des Machismus mit all seinen Ritualen, Zuweisungen und Formen der Ehrgewinnung und -erhaltung beschreibt, hat ihn durch sein Werk hindurch stets begleitet - man könnte auch kritisch sagen, sie hat ihn nicht mehr losgelassen. Denn indem sich Bourdieu anschickt, dieses "vergrösserte Bild" der Kabylen auf unsere eigene, weitaus komplexere Gesellschaft zu übertragen, strapaziert er möglicherweise den Vergleich.
Bahnbrechend ist jedoch seine Erklärung für die Konstanz der männlichen Herrschaft: warum funktionieren Mechanismen der Unterdrückung über Jahrhunderte hinweg so reibungslos? Warum werden diese Spielregeln ungefragt übernommen und eingehalten? Warum schicken sich Frauen wie Männer in diese Positionen, die ihnen bestimmte Rechte aber auch Pflichten einhandeln - und Bourdieu scheut sich nicht, den Mann in seinem ganzen Mann-Sein-Sollen als eigentlich "beherrschten Herrscher" darzustellen. Auch er also: ein Opfer.
Das Ganze hat natürlich zu tun mit Habitus, mit der "zweiten Natur", einer in die Körper als soziale Gesetze eingeschriebenem Verhaltenskodex. Der umso wirksamer ist, als dass wir seine Macht und Wirkung nicht zu fassen vermögen - weil wir ihn zugleich anerkennen und verkennen. Verkennen in seiner historischen Gewordenheit. Wie Bourdieu all dies (und noch viel mehr) mit einer kaum zu überbietenden sprachlichen Virtuosität beschreibt und wie er es versteht, komplexeste Inhalte in vergleichsweise lesbaren Sätzen zu verdichten, ist allein schon die Lektüre wert.
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