Die verlorene Kunst des Heilens: Anleitung zum Umdenken (suhrkamp taschenbuch)

Bernard Lown


EAN / ISBN:   9783518455746
Verlag:   Suhrkamp Verlag
Ausgabe:   2004
Seiten: 400

Taschenbuch

Bibliograf. Angaben: 87 x 677 x 425 mm, 53 g
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Meinungen zum Buch: In 2 Bewertung(en) wurden durchschnittlich 5.0 von 5.0 Punkten vergeben.
Nachfolgend die neuesten Bewertungen:

nachdenklich

Bewertung 5 von 5.0 Punkten vom 10.07.2005
dieses Buch hat mich nachdenklich gemacht. Leider beschreibt es die Situation, in der sich die Ärzte heute befinden. Zwar sind wir in Deutschland soweit noch vor klagewütigen Patienten sicher, aber lange wird es nicht mehr dauern, bis wir auch in diesem Punkt amerikanische Standarts erreicht haben. Nichts desto trotz geht die Kunst des Heilens im Zeitalter der High Tech Medizin immer mehr verloren.
Dieses Buch sollten sich mehr Ärzte zu Herzen nehmen und drüber nachdenken, ob sie nicht vielleicht ein Stück mehr zum Heilen zurückkehren wollen.

Pflichtlektüre für Mediziner und deren Patienten!

Bewertung 5 von 5.0 Punkten vom 13.02.2004
Bernard Lown schildert als erfahrener und angesehener Arzt (Herzspezialist, und Friedennobelpreisträger) anhand von vielen Beispielen, dass Patienten - und wer ist das nicht irgendwann in seinem Leben - vor allem etwas suchen, wenn Sie den Arzt aufsuchen: Einen Menschen, der sich um sie kümmert, und ihnen als Mitmensch beisteht. Er redet nicht wider die apparative Medizin, sondern verlangt, sie um die mitmenschliche Seite zu ergänzen. Auch mache eine sorgfältiges Gespräch, um den Mitmenschen in seinem ganzen Leben zu erfassen, oft belastende apparative Diagnostik unnötig. Er bringt es auf den Punkt, woran heutige Medizin manchmal krankt. Engagiert und unterhaltsam geschrieben, und dennoch, oder gerade deswegen, eindrücklich, fachlich fundiert und auf gute Art philosophisch. Das Buch sollte Pflichtlektüre für jeden Mediziner sein, ist aber genauso für Patienten oder jeden anderen empfohlen, der sich über die heutige Medizin Gedanken macht.


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Editorial Review:

Aus der Amazon.de-Redaktion

Bernard Lown genießt als Erfinder der kardialen Defibrillation und als Gründer der IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges) internationales Ansehen. Die verlorene Kunst des Heilens. Anleitung zum Umdenken ist ein leidenschaftliches Plädoyer für die Anerkennung der psychosozialen Kompetenz als dem entscheidenden Merkmal des umfassend gebildeten Arztes. Zwangsläufig enthält es auch eine gehörige Portion Kritik an der modernen Hightech-Medizin "ohne menschliches Antlitz".

Das Wichtigste vorweg: Lowns Buch präsentiert -- angesichts seiner Biografie nicht unerwartet -- keinen Gegenentwurf zur Schulmedizin. In seiner langjährigen Tätigkeit an führenden US-Kliniken beobachtete der Autor zwei gegenläufige Trends: die stürmische Entwicklung diagnostischer und therapeutischer Techniken bei gleichzeitig abnehmender Befähigung der Ärzte, den Heilungsprozess "mit Worten", d. h. mittels Autorität oder positiver Ausstrahlung, zu befördern. Jene traditionellen Methoden aktivieren verborgene Ressourcen der Patienten, sind heute aber nur noch bei Ärzten "alten Schlags" in praxi zu beobachten. Lowns Forderung besteht im Wesentlichen darin, diesen Qualitäten der Arztpersönlichkeit wieder die ihnen gebührende Geltung in der medizinischen Ausbildung und im ärztlichen Alltag zu verschaffen. Zur Illustration seines Anliegens führt er eine Vielzahl verblüffender Fälle aus seiner klinischen Tätigkeit an. Dem Leser wird schnell klar, dass es sich keineswegs um Effekthascherei bzw. unbelegte Einzelbeobachtungen handelt. Vielmehr werden in diesen Bespielen die Hintergründe und Facsstten der Arzt-Patient-Beziehung transparent, auch wenn die exakten Zusammenhänge von Kommunikation und Heilerfolg manchmal nicht bis ins letzte Detail erklärbar sind.

Entstanden ist ein äußerst kurzweiliges Werk, das man angehenden Medizinern nur dringend ans Herz legen kann. Speziell der Abschnitt über "vernichtende Worte" mit seinen entlarvenden Feststellungen zur ärztlichen Terminologie sollte dazu beitragen, derartiges Fehlverhalten zu vermeiden. Lown hilft jungen Ärzten mit seinem Buch, ihre Macht zu erkennen, ihren Horizont zu erweitern und vor allem ihr therapeutisches Arsenal um das Element der menschlichen Zuwendung zu bereichern. Darüber hinaus ist seine Anleitung größtenteils auch für Laien verständlich und trägt zur besseren Verständigung zwischen den Halbgöttern in Weiß und ihren Patienten bei. Ohne Übertreibung kann man den vorliegenden Band schon jetzt als wichtigste medizinische Neuerscheinung bezeichnen. Die Lektüre wird garantiert niemand bereuen. --Philipp-R. Schulz