| Meinungen zum Buch: |
|
In 3 Bewertung(en) wurden durchschnittlich 4.0 von 5.0 Punkten vergeben.
Nachfolgend die neuesten Bewertungen:
Guter Anfang mit HeideggerBewertung 5 von 5.0 Punkten vom 10.03.2009- Dass Heidegger schwierig zu lesen ist, hat sich herumgesprochen. Gerade deswegen ist dieser Text (weil er auch noch kurz ist) ein guter Anfang mit der Heidegger-Lektüre.
Wenn die Physik der Stamm der Wissenschaften ist, dann ist die Metaphysik das Wurzelsystem - so schlicht geht es manchmal selbst bei Heidegger. Und selbst seine Verächter müssen zugeben: Es lohnt, über diese Wurzeln nachzudenken. Schon Wittgenstein schrieb schließlich im Tractatus (6.52): "Wir fühlen, dass selbst, wenn alle möglichen wissenschaftlichen Fragen beantwortet sind, unsere Lebensprobleme noch gar nicht berührt sind. Freilich bleibt dann eben keine Frage mehr; und eben dies ist die Antwort." Das sah Heidegger anders und präsentiert den Versuch des Schreibens über das Über-Naturwissenschaftliche: die Metaphysik.
Wer Heidegger kennen lernen möchte, sollte zunächst diese Schrift lesen, bevor er zu "Sein und Zeit" greift. Viel Lärm um NichtsBewertung 2 von 5.0 Punkten vom 17.07.2005- Das Fazit von Heideggers Freiburger Antrittsvorlesung lässt sich in einem Satz zusammenfassen: das Sein offenbart sich vor dem Hintergrund des Nichts - und wird erfahrbar in den Stimmungen der Angst und Gleichgültigkeit. Die herkömmliche Metaphysik lebt nach Heidegger als Beschreibung des Seienden als Seiendes in einer Seinsvergessenheit, die er mit seiner Philosophie vom Sein überwinden will. Und so sieht er - nicht gerade unprätentiös - (und schließt sich so fast nahtlos an Hegel an, der in seiner Phänomenologie des Geistes bekanntlich als Sprachrohr des Weltgeistes auftrat) in seinem Denken das Sein selbst zur Sprache kommen. - Fragt man sich nach dem erkenntnistheoretischen Mehrwert nach der Lektüre, so muss ich leider passen: Heideggers Philosophie ist nicht weniger spekulativ als die der bisherigen Metaphysiker. Psychologisch kann ich sehr gut nachvollziehen, dass man den Wert des Seins oft erst in der Konfrontation mit seinem Gegenteil (Depression, Langeweile, ...) erkennt. Zwingend ist dies aber nicht. Was bleibt dann ? Nun, das, was andere als beschwerlich klassifizieren fand ich im Fall dieser kurzen Publikation sogar ganz amüsant: die Sprache Heideggers mit ihren teilweise ganz originellen Sprach- und Satzschöpfungen, die man allerdings auch nicht allzu ernst nehmen darf.
Der mit dem Nichts tanzt ?Bewertung 5 von 5.0 Punkten vom 23.02.2003- Vorweg das Wichtigste: Es handelt sich bei dieser Veröffentlichung einer Vorlesung, sowie den beigegebenen Texten, z.B. dem sehr wichtigen "Nachwort" sicher um eine der wichtigsten Publikationen Heideggers, wahrscheinlich auch um eine der wichtigsten, die in der Philosophie bisher veröffentlicht wurden. Aber man täusche sich nicht: Laien, die Heidegger noch selten gelesen haben oder gar "Einsteiger in die Philosophie" werden sich die Zähne ausbeißen; enthält diese Vorlesung doch die kryptischten Sätze Heideggers, wenn er über "das Wesen des Nichts" spricht; der Zugang öffnet sich nur nach und nach demjenigen, der immer wieder geduldig versucht, den Weg Heideggers in dieser Vorlesung "nach-zugehen".
Sezierende Satzanalyse Wort-für-Wort führt überallhin, in den Wahnsinn am ehesten, aber nicht zum Verständnis des Textes. Dies verwundert nicht; immerhin befindet man sich auf dem Hoheitsgebiet der Philosophie ("Liebe zur Weisheit"), und wer die Weisheit liebt, ist sich im Klaren darüber, daß man, um ihr erst einmal überhaupt näher kommen zu können, vorher etwas fundamental-menschliches zu tuen hat: Denken lernen. Und wer könnte ein besserer Lehrer sein, als der, der einen Text dieser Klasse vorlegt ? Ich kenne keinen. Und ich kenne auch keine andere Bewertung als: 5 Sterne. Wenn möglich gar 6 oder 7.
|