| Meinungen zum Buch: |
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In 8 Bewertung(en) wurden durchschnittlich 4.5 von 5.0 Punkten vergeben.
Nachfolgend die neuesten Bewertungen:
ZeitkonservenBewertung 5 von 5.0 Punkten vom 02.03.2010- Logan Gonzago Mountstuart ist der Held dieses großen Jahrhundert Epos. Geboren im Februar 1906 in Uruguay, gestorben in einem Dorf in Frankreich im Jahr 1991 hat er beinahe ein Jahrhundert nicht nur europäischer (Kunst-) Geschichte aufgezeichnet - in den Seiten seiner persönlichen Tagebücher.
Er ist als Sohn wohlhabender Eltern ins College in Oxford eingetreten, das ihn als schlechten Historiker aber hochkarätigen, britischen Schriftsteller wieder ausgespuckt hat. In jungen Jahren hat er sich in die Kreise amtierender Schriftstellergrößen eingeführt, hat Virginia Woolf gegen sich aufgebracht, mit Evelyn Waugh getrunken, hat sich mit Ernest Hemingway angefreundet, musste erkennen, dass James Joyce ein unglaublich kleines Gesicht auf seinem Kopf trägt, ... Das waren die unbekümmerten Zeiten, die Zeit vor seinem großen Glück, vor der großen Liebe. Das war auch die Zeit vor dem Krieg, vor der großen Zerstörung und den leidlichen Trümmern, die davon übrig blieben.
Als Schriftsteller wurde er bekannt, gefeiert und vergessen; Als Spion wurde er zur Marine befohlen, hat den Herzog von Windsor beaufsichtigt und wurde vor Kriegsende in einem Schweizer Gefängnis sich selbst überlassen; Als Kriegsberichterstatter hat er zuerst vom Bürgerkrieg in Spanien berichtet und schließlich Ende der 60er vom Biafra-Krieg als Universitätsprofessor in Nigeria; Als Kunsthändler hat er sich in New York einen Namen gemacht. Er hatte Bilder von Nate Tate und Picasso im Sortiment, hat Jackson Pollock getroffen und den Künstlern beim Schaffen und Sterben zugesehen.
Niemals hat er der Liebe und den Gefühlen abgeschworen, sein Schicksal hat er immer tapfer ertragen. Er war kein Schelm, kein Tausendsasser, er war ein Mensch seiner Zeit.
"Das ist alles, was das Leben am Ende ausmacht: die Gesamtheit des Glücks und des Unglücks, das einem widerfährt." 470
Fabelhaft rollt William Boyd die Lebensgeschichte des fiktiven Schriftstellers Logan Mountstuart in Form oft winziger, oft ausufernder Tagebucheintragungen auf. So lassen sich seine Schriften stets vom Puls der Zeit tragen - Sind die Berichte der Jungend und Studentenjahre kurz angebunden und noch kindlich, bricht während seiner Erfolgsjahre in den 20er und 30er Jahren ein Hauch von Hochmut über die Inhalte herein. Die Jahre seiner großen Liebe und zweite Ehe hinterlassen eine Stimmung des Übermuts, der Lebensfreude und der Grenzenlosigkeit, wobei von der Hinterlassenschaft des Krieges lediglich Verzweiflung und Selbstaufgabe bleiben. Spricht der gebrochene Mann auch in seiner zweiten Lebenshälfte stets ein Wort mit, werden seine Gedanken hingegen reifer, überlegter und getragen von der Erfahrung eines Kosmopoliten.
Doch nicht allein die Emotionen, die dieser Roman weckt, verdienen besondere Aufmerksamkeit, auch sind Treffen mit Persönlichkeiten, weltpolitisches Geschehen und Entwicklungen in der Kunstszene sehr gut recherchiert und zum Teil mit Fußnoten belegt.
Ein wunderbares Buch über ein Jahrhundert, über ein Schicksal oder das von vielen.
Großartige Hommage an das Leben!!!
Und umwerfend schön zu lesen!!!
MittendrinBewertung 4 von 5.0 Punkten vom 17.03.2009- Dieses Buch besticht durch seine Authentizität, es ist kein spannender Thriller oder Krimi sondern eine Lebensgeschichte und genauso unvorhersehbar sind die beschriebenen Lebensphasen, die nicht immer einen spektakulären verlauf nehmen, aber so sind wie sie das wahre Leben schreiben könnte. Durch den Schreibstiel der Tagebuchprosa, fühlt sich der Leser als teil der Geschichte, man lebt sie richtig mit; ja ich würde sogar soweit gehen und behaupten man fühlt sich sogar als teil der Geschichte, zumindest ging es mir so, denn die einzelnen Lebensphasen haben durch die Tagebuchform, einen enormen Bezug zum Hauptakteur aufgebaut, sodass man sie nicht nur als Betrachter sieht, sondern mit dem Protagonisten mit lebt.
Stellenweise muss man sich aber durch das Buch, durchkauen, denn wie in echt ist das Leben kein Abenteuerspielplatz und so gibt es auch in diesem Buch, weniger spektakuläre Phasen. Nichtsdestotrotz handelt es sich hierbei um ein durchaus lesenswertes Buch das einen entzückt, schockiert, trauern und hoffen lässt.
Ein LebenBewertung 5 von 5.0 Punkten vom 19.01.2009- Vorweg sei gesagt, der etwas schnulzige Titel wird diesem Buch überhaupt nicht gerecht. William Boyd, einer der brillantesten englischen Romanciers, ist mit diesem Buch ein Meisterwerk gelungen. Der Roman, eine rein fiktive Bioraphie eines Schriftstellers, der nie gelebt hat, wird von Boyd dermassen authentisch zum Leben erweckt, dass sich der Leser immer wieder fragt, ob das ganze Buch nun auch wirklich ein Roman ist. Die Geschichte ist einfach meisterhaft erzählt und bis ins kleinste Detail konzipiert.
Boyd erzählt vom Leben eines Mannes auch anhand von Tagebüchern, von der frühen Jugend bis zum Tod. Die Tagebücher werden hierbei als raffiniertes Hilfsmittel eingesetzt um den Protagonisten auferstehen zu lassen und so wird dieses Leben dem Leser auf unglaublich spannende Weise regelrecht vor Augen geführt. Man ahnt zwar manchmal was alles noch kommen kann und wird trotzdem immer wieder völlig überrascht. Wie es eigentlich nur im richtigen Leben geschieht. Die Geschichte des Logan Mountstuart, Schriftsteller, Kunsthändler, Spion entsteht vor dem geistigen Auge des Lesers, zunächst als ziemlich kalter und egoistischer Erfolgsmensch bis hin zu einem Mann, der weise und zärtlich wird. Viele reale Zeitzeugen, wie Ernest Hemingway, Pablo Picasso, Virginia Woolf oder auch Ian Flemming kreuze den Lebensweg dieser schillernden Figur und erhöhen damit, verbunden mit geschichtlichen Ereignissen die Authentizität der Biographie.
Die Vergänglichkeit des Glücks wird dem Leser manchmal auf schmerzliche Weise vor Augen geführt und wird so machen ins Grübeln bringen über das was in seinem eigenen Leben alles schon passiert ist oder auch noch passieren kann. Lesenswertes Tagebuch eines englischen Literaten, Kunsthändlers und Spions.Bewertung 4 von 5.0 Punkten vom 14.11.2008- Nachdem der englische Schriftsteller William Boyd mit seinem Buch über den von ihm erfundenen amerikanischen Maler Nat Tate die amerikanische Kunstszene zunächst erfolgreich an der Nase herumgeführt hat, sind die Leser vorgewarnt. Diesmal erzählt William Boyd in seinem Tagebuch-Roman "Eines Menschen Herz" die abenteuerliche Lebensgeschichte des 1906 in Uruguay geborenen Schriftstellers Logan Gonzago Mountstuart. Als achtjähriger Junge kommt er mit seiner Familie nach England, studiert in Oxford und schreibt eine erfolgreiche Shelley-Biographie. Mountstuart trifft viele bedeutende Schriftsteller und Maler seiner Zeit, wird zum englischen Spion und arbeitet als Kunsthändler in New York, wo er natürlich auch Nat Tate kennen lernt. William Boyd hat mit "Eines Menschen Herz" ein buntes Porträt eines facettenreichen, exemplarischen Lebens im 20. Jahrhundert geschrieben.
Logan Gonzago Mountstuart stolpert durch sein Leben, wird von Schicksalsschlägen getroffen und trifft teilweise recht seltsame Entscheidungen. Sein Sozialverhalten ist egozentrisch und sein Lebensstil eher passiv, überhaupt lässt den Leser diese Lebensgeschichte seltsam unberührt. Die sich wiederholenden Sex- und Alkoholgeschichten sind zunehmend ermüdend. Deswegen 1 Stern Abzug. Logan Gonzago Mountstuart ist nicht unsympathisch, seine Tagebuchaufzeichnungen sind jedoch genauso oberflächlich wie er selbst. Es klingt beeindruckend, wenn jemand Spion war, als Kunsthändler in New York gearbeitet und mehrer Bücher veröffentlicht hat, aber in Grunde ist dessen Leben fürchterlich banal.
Autor William Boyd hat mit seinem lesenswerten Roman "Eines Menschen Herz" eine interessante vielschichtige Persiflage auf ein erfolgloses Künstlerleben im 20. Jahrhundert geschrieben. Das Buch ist konsequent im Tagebuchstil geschrieben, wobei der Stil des jungen Mannes sich von dem des alternden Greises kaum unterscheidet. Im Anhang des Buches befinden sich eine Publikationsliste und ein Register, das Personen und eine akribische Auflistung der Ereignisse enthält.
DurchgekämpftBewertung 3 von 5.0 Punkten vom 29.10.2007- Ich habe mich durch dieses Buch gekämpft, habe bis zum Schluss gehofft, dass es besser wird. Diese Selbstverliebtheit ist unerträglich. Leider hat es mir nicht gefallen. Ruhelos dagegen war Spitze.
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| Editorial Review: |
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Buchbeschreibung: Zum Buch" ... ein tolles, turbulentes, vergnügliches, federnd geschriebenes Buch"
Zitat Elke Schmitter im Spiegel.William Boyd ist einer der brillantesten englischen Romanciers, läßt in diesem fiktiven Tagebuch eines liebenswerten Lebenskünstlers fast ein ganzes Jahrhundert Revue passieren."Wer sich noch daran erinnert, wie es ist, wenn man mit den ert4en Sätzen in ein Buch hineinfällt und sich umgehend wünscht, die Zeit möge nun stillstehen bis zur letzten Zeile, der sollte sich den Roman "eines Menschen Herz" besorgen"Zitat Elke Schmitter, Spiegel. William Boyd ist der König der literarischen Fälscher. Dem Mann ist folglich nicht zu trauen.Seiner an Erfindungen reichen Prosa sowieso nicht. Das aber macht sie gerade so faszinierend ! Zitat Elmar Krekeler in Die WElt Aus der Amazon.de-Redaktion Eines Menschen Herz schildert das bewegte Leben von Logan Mountstuart in Form seiner Tagebucheinträge. Vom gefeierten Schriftsteller, der alle Größen der Literaten- und Künstlerszene seine Freunde nennt, wird er zum Korrespondenten im spanischen Bürgerkrieg, wo er einige haarsträubende Episoden mit Ernest Hemingway erlebt. Inzwischen hat Logan eine gescheiterte Ehe hinter sich, aus der ein Kind hervorgegangen ist. Er heiratet erneut und wird einige Jahre später von der Navy als Spion im Zweiten Weltkrieg eingesetzt. In der Schweiz gerät er in Gefangenschaft, aus der er erst zwei Jahre später entlassen wird. In der Zwischenzeit hat sein Frau, im festen Glauben, er sei tot, einen anderen Mann geheiratet und ist bei einem Bombenangriff zusammen mir Logans Tochter ums Leben gekommen. Nach diesem tragischen Ereignis beginnt für Logan eine Zeit der Wanderschaft, während der es für Logan zwar viele Frauen, Alkohol und Drogen, jedoch weder schriftstellerischen Erfolg noch wahre Liebe gibt. Zurück in London, ernährt er sich wochenlang von Hundefutter, da seine finanziellen Reserven aufgebraucht sind. Am Ende seines Lebens lässt er sich in Frankreich nieder, wo er seine Fähigkeit entdeckt, sich an einfachen Dingen zu erfreuen. Im Zuge dieser Altersweisheit blickt Logan mit Erstaunen auf sein früheres Selbst zurück, das ihm heute krankhaft, melancholisch und verstört scheint. Die Lebensgeschichte des Logan Mountstuart ist eine Mischung aus Entwicklungs- und Künstlerroman, die fast das gesamte zwanzigste Jahrhundert in all seinem Wahnsinn umspannt. Die Entwicklung des Protagonisten vom unsicheren Schuljungen über den Erfolgsverwöhnten Egozentriker bis zum weisen alten Mann wird mit psychologischer Tiefenschärfe nachgezeichnet. Trotz (oder gerade wegen) seiner Fehltritte und Schwächen bleibt Logan sympathisch und menschlich. Das versöhnliche Ende des Romans lässt den Leser mit dem Gefühl zurück, dass es sich lohnt, an das Leben zu glauben, egal wie viele Schicksalsschläge einen ereilen mögen. --Nathalie Schwering |