| Meinungen zum Buch: |
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In 272 Bewertung(en) wurden durchschnittlich 4.0 von 5.0 Punkten vergeben.
Nachfolgend die neuesten Bewertungen:
Sehr psychoanalytisch spannendBewertung 4 von 5.0 Punkten vom 01.09.2010- Ja, diese Geschichte ist manchmal unglaubwürdig und hat manchmal Längen. 100 oder wenigstens 50 Seiten weniger hätten es vielleicht auch getan und manche Personen (Vergil) und Handlungsstränge (besonders im hinteren Teil) sind überzogen und wenig glaubwürdig. Doch das Buch handelt von der Psychoanalyse und beschreibt eine besondere Art der Analyse. Spannend ist es allemal. Schließlich gehört das Langwierige, das Langatmige zu einer Psychoanalyse. Ausgerechnet ein Psychoanalytiker gerät unter Zeitdruck und muss sich auf eine schnelle Analyse einlassen Die Hauptfigur ist gut gezeichnet, manchmal quälend in den verschachtelten Gedanken überzeichnet. Seine Hilflosigkeit, aus der er sich nur durch einen dramatischen Schritt befreien kann. Erst indem er mit der alten Existenz, mit seinem alten "Ich", bricht, gelingt ihm die Umkehr und die Wende. Katzenbach legt geschickt die Spuren und zieht die Schlinge immer weiter zu. Ricky zahlt einen hohen Preis - oder doch nicht? Hat ihm am Ende das Spiel sogar geholfen? Katzenbach inszeniert gekonnt das psychoanalytische Spiel um den Verlust des Ichs und all dessen, was unsere Identität ausmacht. Vielleicht ist der Verlust ja sogar ein Gewinn, wer weiß....
Hervorragend!Bewertung 5 von 5.0 Punkten vom 24.08.2010- Nachdem ich "Die Anstalt" als Hörspiel gehört hatte und "Der Täter" gelesen habe, war "Der Patient" mein dritter Katzenbach-Krimi und ich muss sagen, ich war absolut begeistert.
Der Psychoanalytiker Dr. Frederick Starks findet eines Tages einen Drohbrief in seiner Praxis. Es stellt sich heraus, dass es sich dabei nicht um einen missglückten Hilferuf oder einen vorübergehenden Wutanfall eines impulsgestörten Patienten handelt, sondern dass ab diesem Tag - Dr. Starks 53. Geburtstag - so abgedroschen es klingen mag, nichts mehr sein wird, wie es davor in seinem Leben war.
Die Person, die Starks bedroht hat versucht gemeinsam mit ihren Verbündeten das Sozialleben von Dr. Starks komplett zu zerstören. Er wird vor die Wahl gestellt: entweder tötet er sich selbst oder seine Opponenten "zerstören" (in welcher Form auch immer) das Leben eines Verwandten.
Katzenbachs Krimi behandelt natürlich einerseits den Alptraum eines jeden, der mit psychisch kranken Menschen arbeitet, nämlich dass man an eine der wenigen Personen gerät, die tatsächlich ein derart hohes Aggressionspotenzial haben, dass sie sich selbst für einen kleinen Bagatellfehler oder eine Unterlassung vernichtend rächen. Natürlich liegt hierin auch etwas klischeehaftes. Die wenigsten Menschen mit psychischen Erkrankungen sind fremdgefährdend und unter denjenigen, die es sind geht selten so eine dauerhafte Gefahr aus, wie dies in Psychothrillern häufig suggeriert wird. Und dennoch: es gibt z.B. aggressive Formen von Persönlichkeitsstörungen, bei denen das beschriebene Verhalten durchaus denkbar wäre. Was ich sagen möchte: einerseits sind Alpträume wie dieser hier nicht völlig aus der Luft gegriffen. Andererseits kann und muss man Krimiautoren (und nicht nur diese) dafür kritisieren, dass sie mit dazu beitragen, dass Psychiatrie-Patienten häufig mit einer gewissen Stigmatisierung leben müssen, obwohl ihr Gefahrenpotenzial häufig nicht höher ist als das von uns allen.
Dennoch: dieses Szenario bildet also das Grundgerüst für diesen Roman. So weit, so unoriginell, möchte ich fast sagen. Das perfideste ist aber, dass viele der Methoden, die hier verwendet werden, um einen völlig unbescholtenen Bürger gesellschaftlich zu zerstören, bis zu einem gewissen Grad gut funktionieren könnten. Ich will nicht zu viel aus dem Buch verraten, aber für meinen Geschmack ist das durchaus denkbar, was Dr. Starks widerfährt und diese Tatsache hat für mich die Spannung des Buches ausgemacht.
Interessant ist es auch, wie Katzenbach die Figur Dr. Starks sich entwickeln lässt. Der Analytiker, der tagein, tagaus eigentlich nur zuhört, wird zum Handelnden, der fast schon zwanghaft sich an eingefahrene Pläne haltende wird zum kreativ und spontan handelnden. Er lernt soziale Schichten kennen, mit denen er zuvor nicht zu tun gehabt hatte und versteht es, sich dort anzupassen. Schließlich wird er vom Zerstörten, Überforderten, zum selbstständig Handelnden, der seinen Gegnern die Stirn bietet.
Katzenbach hat mit "Der Patient" einen sehr schönen Roman über Schuld und Rache geschrieben. Ebenso hinterfragt der Autor geschickt den Wert des Lebens als im bürgerlichen Leben etablierter Mensch, ohne dabei in Aussteigerkitsch zu verfallen.
Ich habe in letzter Zeit viele Krimis gelesen. Meine Favoriten waren dabei die 3 Krimis von Stieg Larsson, gefolgt von Jo Nesboes Harry Hole-Romanen. Katzenbachs "Der Täter" fand ich sehr gut, aber keinesfalls herausragend. "Der Patient" hingegen ist für meinen Geschmack tatsächlich herausragend, reicht vielleicht nicht ganz an Larsson Brillianz heran, aber ein wirklich hervorragender Krimi. Absolut Empfehlenswert!
Packend und bedrohlichBewertung 5 von 5.0 Punkten vom 13.08.2010- Ich habe schon etliche Bücher von Katzenbach gelesen und das war für mich eines der besten. Die Jagd eines Mörders auf Dr. Stark, der den Spieß umdreht und den Mörder jagt. Auf eine brilliante Weise, und ebenso genial erzählt. Dr. Stark ist kein williges Opfer, er ist an Intelligenz seinem Verfolger ebenbürtig, wenn nicht überlegen. Auch wenn es dann am Ende - wie immer bei Katzenbach - eine überraschende Wendung gibt.
"Die Anstalt" ist ein weiteres Buch von Katzenbach, das mich richtig gepackt hat, allerdings empfand ich es durchgehend weitaus "bedrohlicher" als "Der Patient". Spannend bis zum EndeBewertung 5 von 5.0 Punkten vom 04.08.2010- Der Patient von John Katzenbach war mein erstes Buch des Autors und bis heute auch eines der spannendsten. Zwar ist der englische Titel (The Analyst) etwas treffender, aber das tut der Geschichte nicht weh. Diese mag zwar ab und zu etwas konstruiert wirken, insbesondere genau zur Hälfte des Buches, aber auch das ist nicht weiter schlimm. Lässt man sich auf das spannende Spiel zwischen Täter und Opfer und Opfer und Täter ein, so kann das Buch ziemlich gut unterhalten. Es mach Spaß und ist bis zum Ende extrem spannend. Vor allem da die große Überraschung erst zum Schluss wie ein Paukenschlag kommt.
Der Patient mag nicht der beste Thriller sein, er bietet aber mehr Spannung als viele andere Bücher und kann in einem Stück durchgelesen werden. Für anspruchsvolle Naturen vielleicht nicht die erste Wahl, aber dennoch einen Blick wert, denn selten konnte mich ein Buch so sehr in den Bann ziehen. Geist besiegt TriebBewertung 5 von 5.0 Punkten vom 22.07.2010- Wenn 10 Sterne möglich wären, würde ich 15 geben.
Wobei man ganz klar warnen muss, dass Adrenalinjunkies und Liebhaber von Action,
Tempo und spektakulären Wendungen hier nicht auf ihre Kosten kommen.
Stattdessen begleitet man über 670 Seiten die scheibchenweise Entwicklung eines Psychoanalytikers,
der zu Beginn durchschnittlicher, mittelmäßiger und normaler nicht sein könnte,
und der von einer anonymen Verschwörung mit einer perfiden Erpressung gezwungen wird, Abschied von seinem routinierten Alltag zu nehmen.
Dabei wird er mit einer Konfliktsituation nach der anderen konfrontiert, jede schlimmer, als die davor,
und während man sich als Leser fragt, wie man selber sich wohl verhalten würde, verfolgt man
die Improvisations- und Überlebenstalente eines prädestinierten Antihelden, der von Seite zu Seite über sich hinaus wachsen muss.
Dabei wird behutsam eine logische und zwangsläufige Dramaturgie etabliert, dergestalt,
dass wegen viel Liebe zum Detail eine gewisse Langsamkeit auch mit Langeweile verwechselt werden kann,
was aber eher einem epischen und minutiösen Realismus geschuldet ist.
Es braucht Geduld, um die subtile Spannung zu goutieren, die dem Handlungsfaden aber genau so wenig Abbruch tut,
wie die ein oder andere Inkonsequenz, welche die Beckmesser unter den Lesern auf den unnötigen Plan rufen könnte,
das Gesamtkonstrukt infrage zu stellen.
Mir sind exakt zwei Unstimmigkeiten aufgefallen, die jedoch nicht so gravierend waren, dass das Vergnügen damit komplett zerstört gewesen wäre.
Ansonsten hat man es mit einer durchweg intelligenten und überzeugenden Geschichte zu tun,
einem Wechselbad der Gefühle, einer raffinierten Odyssee an plastischen und intensiven Bildern,
die einen vom ersten bis zum letzten Moment im Bann hält, und noch lange nachhallt.
Fazit:
Endlich mal wieder ein Thriller mit Betonung auf Psycho.
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| Editorial Review: |
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Aus der Amazon.de-Redaktion Einundzwanzig Namen von einer Liste mit bisher vernachlässigten Verwandten hat Dr. Frederick Starks durchtelefonieren müssen, dann endlich hat er Glück. Danach hat der New Yorker Psychiater den Mann seiner verstorbenen Schwester an der Strippe, in dessen Familie etwas Schreckliches geschehen ist. An ihrem 14. Geburtstag hat dessen Tochter eine kitschige Glückwunschkarte in ihrem Spind gefunden, die neben der Ankündigung „Das werde ich mit dir machen, sobald ich dich alleine erwische“ höchst obszöne Pornobilder enthält. Genauso hatte es jener Psycho-Killer, der sich Rumpelstilzchen nennt, in einem Brief an Starks angekündigt. Die Aktion an seinem 53. Geburtstag soll eine Warnung sein, dass er es ernst meint mit seiner eigentlichen Drohung. Denn der Brief, den der Psychiater neben der Liste seiner Verwandten erhält, steht nach einer Glückwunschfloskel der Satz „Willkommen am ersten Tag ihres Todes“. In seinem Schreiben schlägt Rumpelstilzchen Stark einen Deal vor. 15 Tage habe der Psychiater Zeit, um die wahre Identität des Absenders herauszufinden. Danach müsse er Selbstmord begehen, um weiteres Unheil von seiner Verwandtschaft fern zu halten. Nach dem Besuch einer ebenso mysteriösen wie schönen Dame namens Vergil heftet sich Stark auf die Spur von Rumpelstilzchen. Als alles nichts nützt, fingiert er seinen Freitod, legt sich ein neues Leben zu und macht nun seinerseits Jagd auf den Killer, der offenbar über alle nur erdenklichen Möglichkeiten verfügt, ihm das Leben zur Hölle zu machen -- und kommt am Ende einem Vergehen auf die Spur, das weit in seiner eigenen Vergangenheit verborge liegt. Zuvor aber nimmt ein atemberaubendes Katz-und-Maus-Spiel seinen Lauf .... „Wir haben Angst davor, getötet zu werden“, heißt es im packenden Thriller Der Patient des US-amerikanischen Krimiautors John Katzenbach. „Dabei ist es viel schlimmer, vernichtet zu werden.“ Das Schlimmste aber ist, innerhalb von wenigen Tagen seine Identität zu verlieren. Genau das passiert Starks. Und genau das beschreibt Katzenbach mit einer für Bücher dieses Genres erstaunlich geschmeidigen, dabei aber immer auch unbarmherzigen Sprache. Beste Unterhaltung bis zum packenden Finale. --Stefan Kellerer |