| Meinungen zum Buch: |
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In 18 Bewertung(en) wurden durchschnittlich 4.5 von 5.0 Punkten vergeben.
Nachfolgend die neuesten Bewertungen:
Mehr als bloß ein KrimiBewertung 4 von 5.0 Punkten vom 10.08.2010- Die Prämisse dieser Geschichte ist nicht besonders originell und der Verlauf mit all seinen Zufällen nicht gerade glaubwürdig. Wenn es ein konventioneller Krimi wäre, müsste das Urteil also lauten: Schwach. Doch das hier ist gar kein richtiger Krimi. Boyd nutzt den Thriller-Plot vielmehr für eine lakonische, bösartig-melancholische Farce über das Leben an sich, über Großstadtzivilisation, Menschlichkeit und Lebensplanung. In seinen allerbsten Momenten erinnert das ein wenig an den großen T.C. Boyle. Etwa in der Passage, in der wir erfahren, dass der schwerreiche Vorstandsvorsitzende an manchen Tagen unter seinem teuren Maßanzug keine Unterwäsche trägt und dann gern mit "dem einfachen Volk" in der U-Bahn fährt, weil es ihn erregt. Des Kaisers neue Kleider. "Einfach Gewitter" ist voll solch kurioser Randnotizen - und die summieren sich zu einem lesenswerten Buch.
halbgarBewertung 3 von 5.0 Punkten vom 26.07.2010- Die Grundidee fand ich gut, doch die Ausführung nicht wirklich überzeugend. An etlichen Wendepunkten mangelte es der Story an Glaubwürdigkeit - ich habe mir öfter an den Kopf gefasst angesichts der Dusseligkeit des Helden, und um einen schlüssigen Schluss hat sich der Autor meines Erachtens herumgemogelt. Mir wäre auch kein plausibler eingefallen, aber sein Job wäre es gewesen, einen solchen zu liefern, meine ich. Ja, der Titel hat sich mir ebensowenig erschlossen, wie einem meiner Vor-Rezensenten, und ich neige auch dazu, ihn für nicht gelungen übersetzt zu halten, wie etliche Passagen in dem Buch. Schade. Boyd hat so viel Potental, auch sprachlich.
David NathanBewertung 5 von 5.0 Punkten vom 08.07.2010- Eine Zusammenfassung des Inhalts erübrigt sich, da dies schon einige andere Rezensenten übernommen haben. Es sei nur erwähnt, dass der Roman tatsächlich überkonstruiert ist, die Story sich aber nicht am Schema F orientiert und sich gut hören lässt.
Letzteres ist zu einem großen Teil dem Sprecher David Nathan zu verdanken, der einer Geschichte Leben einhauchen kann und die verschiedenen Charaktere unterschiedlich darstellt, so dass sie sich gut voneinander unterscheiden lassen. Manche Sprecher, darunter auch professionelle Schauspieler, erzählen so monoton und langweilig, dass einem auch der beste Roman verleidet wird. David Nathan aber, der als Synchronsprecher z.B. für Johnny Depp oder Christian Bale seine Stimme zur Verfügung gestellt hat, legt Leidenschaft in seine Darbietung und gibt sich darüber hinaus, im Gegensatz zu manchem Kollegen, Mühe, ausländische (hier: englische) Orts- und Eigennamen korrekt auszusprechen. Von David Nathan gelesene Bücher sind immer ein Genuss! Bisschen überkonstruiert aber sehr spannend gemachtBewertung 4 von 5.0 Punkten vom 30.06.2010- Adam Kindred erlebt Murphys Gesetz am eigenen Leib. Und zwar so dramatisch, dass so etwas nur in einem Roman vorkommen kann. Das ist vielleicht ein Kritikpunkt an dieser Story, denn so viel Zufälle, bzw. diese Anhäufung von spektakulären Szenerien, kann eben nur der Roman leisten. Aber der ist spannend. Das ist die Hauptsache. Wir begleiten Adam vom ersten Moment seiner Krise bis zu seinem, sagen wir happy end" ohne viel zu verraten.
Der Diplom Meteorologe Kindred kommt nach London um ein Bewerbungsgespräch zu führen. Dazu kommt es auch, und er wäre auch eingestellt worden, wenn nicht, tja, wenn nicht diese Kette von unvorstellbaren Ereignissen, ihn zwingen würde, in den Untergrund zu gehen. Er schafft genau dies, und agiert fortan aus seinem Unterschlupf unter der Chelsea bridge. Aber er wird natürlich von Anfang an gejagt, denn er ist, wiederum zufällig, in den Besitz brisanter Informationen gekommen. Also ist nicht nur die Polizei hinter ihm her, denn ihm wird ein Mord angehängt, sondern auch ein ehemaliger Söldner der ihn ebenso jagt. Die globalisierte Pharmaindustrie, mit ihren fragwürdigen Patent- und Zulassungsproblemen, agiert im Hintergrund und man ahnt es schon, die gehen über Leichen. Denn es geht um zu verdienende Milliarden, die bei der Freigabe eines Asthmamittels fließen würden, wenn nicht in der Erprobungsphase, 14 tote Kinder im Weg stehen würden.
Wie gesagt, dass ist alles sehr spannend gemacht, und man geht den Weg mit Adam gerne, will man doch mit ihm zusammen, diese skrupellosen, globalen Hyänen, zur Strecke gebracht sehen.
Der schmale Grat zwischen zwei Leben (Hörbuch-Rezension)Bewertung 5 von 5.0 Punkten vom 22.06.2010- Manchmal ist es nur eine einzige Entscheidung, die dem Leben eine vollkommen andere Richtung gibt. Adam Kindred, junger, aufstrebender Klimaforscher, seit kurzem aus den USA wieder zurück in London, muss dies am eigenen Leib erleben.
Als er einem zufälligen Bekannten in dessen Wohnung besucht, um ihm eine Akte zu bringen, die dieser im Restaurant vergessen hatte, wiederzubringen, findet er diesen sterbend vor; ein Messer ragt aus seiner Brust. Mit Entsetzen erkennt Adam: alle Indizien sprechen gegen ihn, und trifft in diesem Augenblick die Entscheidung, die sein ganzes Leben auf den Kopf stellen wird: Statt sich zu stellen, flieht Adam Hals über Kopf und taucht unter. Innerhalb von Minuten ist er in ein völlig anderes Leben versetzt, lebt unter Brücken und auf Brachgrundstücken in der Stadt. Und macht Bekanntschaft mit anderen Menschen, die ebenso im Untergrund leben wie er.
Als er erkennt, dass er nicht nur von der Polizei gesucht wird, sondern auch ein Profikiller ihm nach dem Leben trachtet, ahnt er, dass er da in eine ganz große Sache gestolpert ist. Adam versucht, auf eigene Faust seine Unschuld zu beweisen. Und seine Intelligenz, die er früher auf seine Klimaforschung gerichtet hat, hilft ihm nun, sich in dieser Parallelwelt einzurichten.
"Einfache Gewitter" ist ein intelligent konstruierter Roman, der zeigt, wie schnell das enden kann, was wir als "Normlität" ganz selbstverständlich täglich erleben und hinnehmen, verpackt in einer mitunter augenzwinkernd erzählten Krimihandlung und überaus souverän vorgelesen.
Eine echte Empfehlung.
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